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Die Sperrfrist bei VL verstehen

Warum Ihre Ersparnisse temporär gesperrt sind und wie Sie damit umgehen

6 Min Lesezeit Anfänger März 2026
Klaus Rothenberg, Senior Expert für Vermögensaufbau
Senior Expert für Vermögensaufbau und Arbeitnehmersparen
18 Jahre Expertise in vermögenswirksamen Leistungen und betrieblichem Vermögensaufbau

Die Sperrfrist ist einer der wichtigsten Begriffe, den Sie verstehen müssen, wenn Sie vermögenswirksame Leistungen nutzen. Viele Menschen sind verwirrt, warum sie nicht einfach auf ihr Geld zugreifen können, wenn sie es brauchen. Die Antwort liegt in der Struktur von VL — und tatsächlich ist es nicht so problematisch, wie es klingt.

Die gute Nachricht: Es gibt Wege, mit der Sperrfrist umzugehen. Sie müssen nur wissen, wie.

Kalender mit markierten Sperrterminen und Vertragsunterlagen

Was ist die Sperrfrist eigentlich?

Die Sperrfrist ist der Zeitraum, in dem Sie nicht auf Ihre vermögenswirksamen Leistungen zugreifen können. Sie läuft üblicherweise 6 Jahre lang — ab dem Zeitpunkt, an dem Sie den Vertrag abschließen.

Das ist kein Zufall. Die deutsche Steuergesetzgebung schreibt diese Sperrfrist vor, um sicherzustellen, dass die Ersparnisse tatsächlich für längerfristige Vermögensbildung genutzt werden. Während dieser Zeit darf Ihr Geld nicht von Ihrem Sparkonto abgehoben werden — es bleibt einfach dort und wächst.

Nach den 6 Jahren endet die Sperrfrist. Sie können dann Ihr Geld abheben, ohne Strafen zu zahlen oder Förderungen zu verlieren.

Diagramm zeigt steigendes Sparvermögen während der Sperrfrist mit Zinseszins-Effekt

Warum gibt es überhaupt eine Sperrfrist?

Das ist eine berechtigte Frage. Die Sperrfrist schützt eigentlich Sie — auch wenn das zunächst nicht so wirkt.

Wenn es keine Sperrfrist gäbe, würden Menschen vielleicht schon nach einem Jahr die Ersparnisse abheben, wenn sie unerwartet Geld brauchen. Das würde bedeuten, dass die staatliche Förderung (Arbeitnehmersparzulage) für solche kurzzeitigen Ersparnisse “verschwendet” würde. Die 6-jährige Sperrfrist stellt sicher, dass die Förderung tatsächlich längerfristigem Vermögensaufbau zugute kommt.

Außerdem — und das ist wichtig — während dieser 6 Jahre arbeitet Ihr Geld für Sie. Zinseszins und mögliche Kursgewinne sammeln sich an. Die Sperrfrist ist also eher eine “Wachstumsphase” als eine echte Blockade.

Was können Sie während der Sperrfrist tun — und was nicht?

Das geht nicht

  • Geld vom Konto abheben
  • Vertrag vorzeitig kündigen (ohne Konsequenzen)
  • Förderung behalten und trotzdem abheben
  • Geld auf anderes Konto umschreiben

Das geht

  • Weiterhin Sparbeiträge einzahlen
  • Zinsertrag thesaurieren (reinvestieren)
  • Informationen zur Auszahlung anfordern
  • Nachträge oder Änderungen vornehmen
Checkliste mit erlaubten und nicht erlaubten Aktionen während der VL-Sperrfrist

Vorzeitige Auszahlung: Nur in Ausnahmefällen

Es gibt tatsächlich ein paar Situationen, in denen Sie Ihr Geld vor Ablauf der 6 Jahre abheben dürfen. Das sind echte Notfälle, und Sie müssen diese nachweisen können.

Akzeptierte Gründe für vorzeitige Auszahlung: Arbeitslosigkeit, Invalidität, ernsthafte Erkrankung oder finanzielle Härte (wenn Sie wirklich in Not sind). In diesen Fällen können Sie eine Ausnahmegenehmigung beantragen — Sie verlieren dann allerdings die Arbeitnehmersparzulage für diesen Betrag.

Das ist der entscheidende Punkt: Die vorzeitige Auszahlung ist möglich, kostet Sie aber die Förderung. Das ist üblicherweise nicht sinnvoll, es sei denn, Sie haben wirklich keine andere Wahl. Die Förderung ist oft 4-10 % pro Jahr — das zu verlieren, ist ein hoher Preis.

Person sitzt am Schreibtisch und liest Vertragsdokumente zur Sperrfrist-Regelung