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Bausparplan oder Fondssparplan: Die richtige Wahl

Unterschiede verstehen, Ziele klären und die beste VL-Variante für Ihre finanzielle Zukunft wählen

10 Min Mittelstufe März 2026
Klaus Rothenberg, Senior Expert für Vermögensaufbau

Von

Klaus Rothenberg

Senior Expert für Vermögensaufbau und Arbeitnehmersparen

Vermögenswirksame Leistungen sind eine großartige Chance. Der Arbeitgeber steuert Geld bei, der Staat gibt Zulage dazu – das ist echtes Geld, das Sie nicht selbst verdienen müssen. Aber dann kommt die große Frage: Wo soll das Geld hin?

Bausparen oder Fonds? Das ist keine triviale Entscheidung. Jede Variante hat ihre Stärken, jede hat auch ihre Grenzen. Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.

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Die Grundkonzepte verstehen

Was unterscheidet Bausparen und Fondssparen grundlegend?

Der Bausparplan

Ein Bausparplan funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Sie sparen regelmäßig, und irgendwann – wenn Sie genug zusammenhaben – können Sie günstig Geld darleihen. Das ist der echte Sinn dahinter. Die Bank sperrt einen Zins fest, der oft deutlich unter dem Marktzins liegt. Das ist gut für Sie, wenn die Zinsen später steigen.

Aber es gibt einen Haken. Die Zinsen auf Ihre Sparrate? Die sind meistens sehr niedrig. 0,5 bis 1,5 Prozent sind derzeit realistisch. Dafür bekommen Sie absolute Sicherheit. Ihr Geld ist sicher, der Zins ist sicher, der Darlehenszins ist sicher.

Wichtig: Mit VL in einem Bausparplan sparen Sie meist für Ihre eigene Immobilie – oder zumindest für Wohneigentum. Das ist der Gedanke dahinter.

Der Fondssparplan

Fondssparpläne mit VL funktionieren anders. Sie investieren Ihr Geld – und das der Arbeitgebers und der Staat – in Fonds. Meist sind das Aktienfonds oder gemischte Fonds. Das Geld arbeitet für Sie.

Die Chancen sind deutlich höher als beim Bausparen. Langfristig erzielen Aktienfonds durchschnittliche Renditen von 6 bis 8 Prozent pro Jahr. Das klingt verlockend. Über 20 Jahre macht das einen enormen Unterschied aus. Aber – und das ist wichtig – diese Rendite ist nicht garantiert. Manche Jahre verlieren Sie Geld. Das müssen Sie aushalten können.

Dafür bekommen Sie Flexibilität. Fondssparpläne sind nicht an Wohneigentum gebunden. Sie bauen einfach Vermögen auf. Nach der Sperrfrist können Sie tun, was Sie wollen.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen in diesem Artikel sind zu Bildungszwecken gedacht und stellen keine persönliche Finanzberatung dar. Renditen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Vor wichtigen Finanzentscheidungen sollten Sie einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Ihre Situation ist einzigartig – was für andere funktioniert, passt vielleicht nicht zu Ihnen.

Die richtige Entscheidung treffen

Vier Fragen, die Ihnen helfen

1

Planen Sie, eine Immobilie zu kaufen?

Wenn ja – und das in den nächsten 10 bis 15 Jahren – ist ein Bausparplan sinnvoll. Sie sichern sich den Darlehenszins und bauen gleichzeitig die Eigenkapitalquote auf. Das ist effizient.

2

Wie viel Zeit haben Sie?

Bei Fonds brauchen Sie Geduld. 7 bis 10 Jahre minimum. Wenn Sie in wenigen Jahren das Geld brauchen, ist ein Bausparplan die sicherere Wahl. Sie können kalkulieren, was herauskommt.

3

Wie ist Ihre Risikotoleranz?

Fonds sind volatil. Wenn Sie nachts nicht schlafen können, weil der Markt fällt, dann ist das nichts für Sie. Bausparen ist beruhigend. Kein Auf und Ab, nur stetig nach oben.

4

Wollen Sie Vermögen aufbauen – oder Schulden sparen?

Das ist der Kern. Bausparen reduziert später Ihre Kreditschulden. Fonds bauen Ihr Vermögen auf. Beides hat seinen Platz, aber die Psychologie ist unterschiedlich.

Ein konkretes Beispiel

Nehmen wir an, Sie sind 30 Jahre alt und erhalten 40 Euro VL pro Monat von Ihrem Arbeitgeber. Das sind 480 Euro im Jahr. Über 7 Jahre (bis zur Sperrfrist) sind das 3.360 Euro Arbeitgeberbeitrag, plus Ihr möglicher eigener Beitrag, plus Staatszulage.

Mit Bausparen: Sie sparen diese 480 Euro pro Jahr. Mit etwa 1 Prozent Zinsen haben Sie nach 7 Jahren rund 3.500 Euro auf Ihrem Konto. Das ist sicher, das ist übersichtlich. Wenn Sie dann eine Immobilie kaufen wollen, können Sie das Darlehen nutzen.

Mit Fondssparplan: Dasselbe Geld geht in einen Aktienfonds. Die historische Rendite liegt bei etwa 7 Prozent pro Jahr. Nach 7 Jahren könnten aus 3.500 Euro etwa 5.500 Euro werden. Aber – das ist nicht garantiert. Wenn 2026 eine Krise kommt, sind es vielleicht nur 4.000 Euro. Wenn es gut läuft, sind es 6.000 Euro.

Der Unterschied? Bei Bausparen wissen Sie genau, was rauskommt. Bei Fonds nicht – aber die Chancen sind höher, wenn Sie geduldig bleiben.

Das Fazit

Es gibt keine universelle Antwort. Bausparen ist richtig für Menschen, die wissen, dass sie eine Immobilie wollen und wert auf Sicherheit legen. Fondssparpläne sind richtig für Menschen, die Zeit haben und bereit sind, kurzfristige Schwankungen zu akzeptieren.

Viele Menschen wählen auch einen Hybrid-Ansatz: Einen Teil in Bausparen, einen Teil in Fonds. Das ist auch völlig legitim. Es verteilt das Risiko und gibt Ihnen beide Optionen.

Wichtig ist: Nutzen Sie die VL überhaupt. Das ist kostenlos Geld von Ihrem Arbeitgeber. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen, egal ob Bausparen oder Fonds. Lassen Sie diese Chance nicht ungenutzt.

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